Telegrafenstraße 1

42929 Wermelskirchen

Kartenreservierungen zu diesem Programm bitte ausschließlich über 

Kartentelefon 02196 61 73.

Platzreservierungen erfolgen in der Reihenfolge der Anmeldung. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir die Reservierung bestimmter Plätze nicht garantieren können.

Kirchenkino.                                                             

Eine Kooperation zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen und dem Film-Eck.

26. Juni           20 Uhr        Eintritt 5,00 €,             

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Kirchenkino geht weiter.

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Monatlich einmal an einem Mittwochabend treffen sich Interessierte zu einem Filmabend der besonderen Art.

Gezeigt werden ausgewählte Filme zu zeitaktuellen Anlässen oder Themen.

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„Auch Leben ist eine Kunst -

Der Fall Max Emden“

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Dieser Film handelt von einem Skandal. Vom Umgang des deutschen Staates mit dem Eigentum eines jüdischen Kunstsammlers, Mäzens, Geschäftsmanns. Die Rede ist von Max Emden, geboren 1874, Spross einer assimilierten bürgerlichen jüdischen deutschen Familie. "Auch Leben ist eine Kunst - Der Fall Max Emden" von André Schäfer und Eva Gerberding beginnt mitten in Hamburg, vor der Kirche St. Nikolai. Emdens Biograf Ulrich Brömmling spricht mit dessen Enkel Juan Carlos Emden und führt uns sogleich ins Zentrum des Falles.

Max Emden unterstützte mäzenatisch die Hamburger Kunsthalle, die Hamburger Universität und das Museum für Kunst und Gewerbe. Ihm gehörte das gesamte Gelände des heutigen Botanischen Gartens, in dem er einen Landschaftspark anlegte. Er begründete den Polo-Club der Stadt, war ein bedeutender Kunstsammler. 1927 verließ Max Emden Hamburg. In der Schweiz führte Max Emden ein naturnahes, freigeistiges Leben im Stil von Künstlern oder Alternativlern. Zugleich blieb der unermesslich reiche Hippie- Vorläufer als Kaufmann in Deutschland aktiv. Dem "Kaufhauskönig" gehörte das KDW in Berlin, der Oberpollinger in München, 10.000 Angestellte hatte sein Imperium mit Filialen in Stockholm, Danzig, Stettin, Potsdam, Budapest. Seine Treue zu Deutschland wurde ihm und seinen Nachkommen letztlich zum Verhängnis, wie der Anwalt der Emdens ausführt.

Dieser Film ist eine beeindruckende Ansammlung empörender Fakten: Max Emdens gigantischer Besitz wurde von den Nazis enteignet, zerschlagen, übertragen. Sein Polo-Club fiel erst an die Stadt Altona, dann später an die Stadt Hamburg. Auch sein Landschaftspark gehört heute der Stadt Hamburg und ist nach jemand anderem benannt. Besonders pikant ist der Verbleib eines der beiden Canaletto-Bilder, die Max Emden gehörten. Das Werk mit einer ikonischen Ansicht von Dresden, einst der Bildersammlung Adolf Hitlers zugeschlagen, hing später im Büro des Bundespräsidenten, heute befindet es sich im militärhistorischen Museum Dresden. Rechtlich ist bis heute der deutsche Staat Eigentümer des Bildes - aber moralisch, so sieht es einer der Experten, eben nicht.

Bis heute führen Max Emdens Erben einen ermüdenden Kampf um Restitution und Gerechtigkeit. Die Rechtslage, Max Emdens Weggang vor der sogenannten Machtergreifung durch die Nazis, behördliche und staatliche Sturheit verdichten sich zu einer erschütternden Ungerechtigkeit. Der Film von André Schäfer und Eva Gerberding ist ein beeindruckender Akt gegen eine mehr oder minder bewusst betriebene symbolische Auslöschung.

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Freigegeben ab 12 Jahren.    Ca. 90 Minuten