Telegrafenstraße 1

42929 Wermelskirchen

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Unser aktuelles Programm.                        Eintritt 5,00€, montags 4,00€

Ab 15. November    Fr 20.00 Uhr; Sa 20.00 Uhr; So 20.00 Uhr; Mo 20.00 Uhr

Deutschstunde

Packendes Melodram um ein Küstenort zum Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem ein Junge zwischen die Fronten seines Polizistenvaters und seines Künstlerpaten gerät.

12 Jahren         ca. 130 Minuten

Christian Schwochow, ausgewiesener Spezialist für deutsche Geschichte/n mit u.a."Westen", "Bornholmer Straße" und "NSU", nimmt sich hier der Nazizeit an und adaptiert Siegfried Lenz' Bestseller für die große Leinwand. Er war schon einmal kurz nach Erscheinen des Romans als Zweiteiler fürs Fernsehen realisiert worden. Die "Deutschstunde", in der der junge Held Siggi in der Rahmenhandlung in einer Anstalt einen Aufsatz schreibt über die Freuden der Pflicht, ist auch eine Geschichtsstunde, eine ungemein eindrückliche mit einer zeitlosen, aktuellen Botschaft. Schwochow erzählt sie als wuchtiges Melodram, das dank der von seinem regelmäßigen Kameramann Frank Lamm berückend eingefangenen weiten, lichten, rauen Natur der Küstenlandschaft seine Wirkung entfaltet - auch im Kontrast zur engen, düsteren Atmosphäre im Haus - und dem düsteren Inhalt. Drehbuchautorin Heide Schwochow, die hier bereits zum fünften Mal mit ihrem Sohn zusammenarbeitet, konzentriert die Geschichte auf die drei Hauptfiguren , auf die Konfrontation zweier gegensätzlicher Männer, in der der Sohn des einen und Patenkind des anderen zerrieben wird, weil er beide liebt. Eine bisweilen auch zu Tränen rührende Tragödie, die aber nie kitschig ist und deren sehr ernster Tonfall nur aufgelockert wird, wenn der Junge in wunderbar leichten und herzlichen Szenen mit seiner älteren Schwester herumalbert. Ulrich Noethen spielt den Vater, einen pflichtbesessenen Polizisten in der äußersten Provinz, der seinen Sohn zwingt, das ausgesprochene Malverbot bei seinem Freund aus Jugendzeiten zu überwachen. Tobias Moretti den Künstler, der ohne seine Kunst nicht leben kann, gerne auch mal provoziert. Die beiden liefern ebenso wie der junge Levi Eisenblätter oder Maria Dragus als Schwester starke Leistungen in einem Film, der immer für die große Leinwand gemacht ist, in dem auch der klassische Score das Melodram unterstützt, Kostüm und Ausstattung sorgfältig die Zeit wiederspiegeln, ohne historisierend zu sein, und Akzente setzen. Ein intensives Erlebnisvor allem in den ersten zwei Dritteln. hai. 


Quelle: Blickpunkt:Film